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Start Antike rund um Anamur

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PostHeaderIcon Antike an der Südküste

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Anemurium  

Die gesamte Türkei, vor allem aber die Mittelmeerküste sind nur so gespickt mit verhältnismässig gut erhaltenen antiken Bauwerken. Erwaehnenswert sind vor allem die Festungen, aber teilweise auch sehr gut erhaltene historische Stadtanlagen aus römischer Zeit. Begründet wird der gute Bauzustand übrigens damit, dass  einerseits das Klima ideal sei, vor allem aber haette man einen ganz speziellen Mörtel verwendet, der sich härter und zäher als Stein verhalte. Ich persönlich finde es eindrücklich, durch solche Anlagen zu gehen, wissend, dass hier waehrend praktisch 2000 Jahren niemand restauriert hat. Alles steht einfach da, wie es mal gebaut wurde.

Die Gegend Anamur bis Kizkalesi war in der Antike strategisch von grösster Bedeutung, konnte man doch von hier aus den Schiffsverkehr zwischen Zypern und dem Festland überwachen. Deswegen findet man praktisch auf allen Hügeln entlang der Küste zwischen Alanya und Mersin solche Anlagen und Siedlungen.Etliche sind inzwischen von Wäldern überwachsen und nicht mal Einheimische sind sich bewusst, was da noch an Bauwerken aus vergangener Zeit schlummert.  Alleine im Umkreise von 10 Kilometern um Anamur finden sich mehr als ein Dutzend Sehenswürdigkeiten, von denen ich im Folgenden Einige vorstellen möchte.

 

 

PostHeaderIcon Anemurium

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 Die ersten Spuren dieser grossartigen antiken Siedlung führen ins 4. Jahrh. vor Christus zurück. Für die Römer wurde dieser Ort später sehr wichtig und beherbergte bis zu 20 000 Menschen mit allen Infrastrukturen, welche die damalige Zeit so hatte, also Wasserversorgung, Kanalisation, Hamam, Theater, offener grosser Spazierpark usw.

Ein schweres Erdbeben im 4. Jahrhundert machte dieser Herrlichkeit ein Ende, da die gesamte Wasserversorgung zusammenbrach und eine Wiederherstellung der Aquadukte nicht mehr als lohnenswert eingeschätzt wurde. So wurde das Anemurium nach und nach zu einer wichtigen Graeberstätte, einem  Nekrolog.

Es lohnt sich auf jeden Fall,  sich diesen tollen Ort anzuschauen,  wobei man vielleicht darauf achten sollte, im Hochsommer früh am Morgen oder nach 16 Uhr hinzugehen. Sonst wird es einfach zu heiss. Wer mit gutem Schuhwerk unterwegs ist, soll doch auf dem Weg um den Burghügel zur Meerseite hingehen, dort gibt es eine weitere Sehenswürdigkeit, den Leuchtturm, ein Geschenk der Franzosen. Von dort aus muss man zwar kraxeln, aber es ist der kürzeste Weg auf den Hügel rauf, wo es viel zu entdecken gibt. Zusaetzlich kommt   man in den Genuss einer unvergleichlichen Aussicht nach West nach Ost.

Mein Tipp: Wer ganz rauf will, soll versuchen, vor Sonnenaufgang auf dem Hügel zu sein. Das gibt Bilder , vor allem im Zeitraum September-November.

Morgens auf dem Burghügel

 

 

PostHeaderIcon Titiopolis

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Titiopolis liegt vom Zentrum Anamurs rund 4 Kilometer in nord-nordwestlicher Richtung hinter einem Hügelzug mitten im Wald. Vorgelagert auf einer Krete thront unübersehbar eine grosse Burganlage mit den Überresten einer Kirche. Das eigentliche Titiopolis befindet sich jedoch weitgehend im Wald. Auffallend ist die Bauweise: Riesige schwarze glattgeschliffene Steinquader wurden aufeinandergelegt und stehen noch heute so da.  Es gibt jedoch noch Vieles mehr zu entdecken: Eine tolle Quelle, welche noch heute von den Bauern genutzt wird, Sarkophage, Bauwerke aus drei Epochen.

 Auf diese Stadt wurde man erstaunlicherweise in Ephesos anlässlich von Grabungen aufmerksam.Dort fand man Pläne verschiedener Burg- oder Siedlungsanlage, darunter besagtes Titiopolis. In Anamur ist es weitgehend unbekannt, würde jedoch mindestens soviel Beachtung wie das Anemurium verdienen, finde ich. Hierher zu gehen ist auch bei eher heissem Wetter möglich, da sich die Sehenswürdigkeiten im Schatten befinden. Es empfiehlt sich jedoch, frühmorgens aufzubrechen, evt. Picknick und Getraenke mitzunehmen und einen Tag lang Unbekanntes zu erforschen.

 

 

PostHeaderIcon Mamure Kalesi

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Was das Anemurium im Westen, ist die Mamure Kalesi im Osten: Der Schluss- und Kontrollpunkt der grossen Ebene Anamurs. Die Mamure Kalesi ist eine militärische Anlage, welche in den verschiedensten Epochen eine wichtige Funktion hatte. Kontrolle zu Land und zu Wasser. Die Burg gilt als eine der besterhaltenen  Anlagen der gesamten Türkei und beeindruckt nicht nur mit ihrem hohen Hauptturm, sondern auch durch die weitläufige Konzeption. Um die Burg herum befindet sich ein breiter Wassergraben. Darin leben zwei Arten Wasserschildkröten: die europaeische Sumpfschildkröte, welche zu den geschützten Tierarten gehört und die Singapore-Schildkröte, welche hier vor Jahren ausgesetzt wurde und sich seither bedrohlich vermehrt.

Viele Geschichten und Gerüchte ranken sich darum und ich werde zu einem späteren Zeitpunkt eine Geschichtsseite anhängen. Diese Anlage muss in den kommenden Jahren an verschiedenen Stellen dringend saniert werden, ansonsten brechen da ganze Mauern gegen die Meerseite hin ab. Auch dieses Bauwerk ist meiner Meinung nach für jeden Besucher ein Muss.

Mamure Kalesi, Aussicht  in Richtung Anamur

Tipp für Fotografen. Vor allem im Frühling lohnt es sich, den Besuch morgens gegen 9 Uhr zu planen. Dann herrschen optimale Lichtverhaeltnisse und die Motive sind unerschöpflich. Wer erst gegen Mittag oder nachmittags kommt, soll sich mal durch die vielen Mauergaenge bewegen. Aussergewöhnliche Licht-Schatteneffekte sind garantiert.Nachmittags ab 16 Uhr kriegt man auch wieder weicheres Licht.

 

 

PostHeaderIcon Ala Köprü

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Dieses Kleinod liegt 12 km hinter Anamur an der Strasse, welche nach Ermenek führt. Seit dem 11. Jahrhundert überspannt dieses, für die damalige Zeit kühne Bauwerk den Dragon-Fluss. Eine Meisterleistung, wenn man weiss, wie sich dieses harmlose Gewässer innert kürzester Zeit in einen reissenden Fluss verwandeln kann. Der Standort musste also gut gewählt sein, was offensichtlich auch gelungen ist. Vor Jahren erklärte mir mal ein holländischer Wasseringenieur: " Manchmal kommt man nicht aus dem Staunen raus. Sie haben exakt die Stelle gewählt, an welcher die Strömung des Flusses auch bei Hochwasser  sehr klein ist. 20 Meter flussaufwärts gebaut, würde diese Brücke schon längst nicht mehr stehen."

Sie steht nicht nur da, nein, sie ist weiterhin voll im Gebrauch, auch für Lastwagen, beladen mit 20 Tonnen Baumstämmen. Seit Jahren wird zwar  gewarnt, wonach das Bauwerk überfordert und teilweise instabil sei. Der Verkehr rollt aber weiterhin darüber, über dieses wichtige Verbindungsstück, mit welchem vor mehr als 900 Jahren der Weg in das Taurusgebirge geöffnet wurde.

Tipp: Gleich nach der Brücke rechts gibt es einen Parkplatz und wenn man dort die Treppe runter zum Fluss geht, findet man einen wundervollen Picknickplatz. Speise und Trank kann man selbst mitbringen oder im Lokal bestellen. ?m Sommer ein Superplatz und das Bad im Dragon-Fluss verschafft die nötige Abkühlung.

 

 

PostHeaderIcon Tropfsteinhöhlen

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Köşekbükü Mağarası

 Vom Westende der Stadt Anamur führt eine Strasse in den hinteren Teil der grossen Ebene. Wenn man dieser folgt und nach der einzigen Brücke nach links abbiegt, gelangt man nach weiteren 5 km zur Kösekbükü Mağarasi, unserer Tropfsteinhöhle.  Leider ist das Gelände darum herum in bedauernswert verwahrlosten Zustand. Vor über 15 Jahren plante hier naemlich jemand ein kleines Feriendorf und baute mehr als ein Dutzend Holzbungalows.  Die Anlage ging nie in Betrieb und seither zerfaellt alles wieder.

Ein Besuch der Höhle  ist vor allem im Sommer eine willkommene Abwechslung, ist es dort herrlich kühl. All den vielen Höhlen der Region sagt man eine lindernde Wirkung für Asthma-Kranke nach, das gilt auch für unsere Magara. Eine weitere interessante Eigenschaft, sie soll jahraus jahrein 18 Grad kühl sei oder eben warm sein. Leider ist die Höhle nur mit dem Auto oder Taxi zu erreichen, ab Anamur sind es 12 km.

 

Tipp: In den Monaten Juni/Juli/August ist das kleine Restaurant neben der Höhle in Betrieb und die Höhle somit geöffnet. ?n den andern Monaten lohnt es sich, im Ort Ovaba?? nachzufragen. Es ist dies der letzte Ort vor der Höhle und rechts über der Strasse befindet sich ein Teelokal. Dort musst du mitteilen, du möchtest zur Höhle. (Mağaraya gitmek istiyorum) Dann wird irgendjemand mit dem Schlüssel mitkommen..

 

Ballı Tropfsteinhöhle !!! 

Dazu kommt eine weitere Höhle, welche bisher weitgehend unbeachtet blieb, meinen Eindrücken zufolge jedoch die Köşekbükü Maparası an Grösse und Vielfalt übertrifft. Die Einheimischen nennen sie Ballı Mağarası. Sie liegt rund 25 km nordwestlich von Anamu, im Weiler Kazlık, welcher zum Dorf Karaçukur gehört. Bis zum Weiler kommt man mit dem Auto problemlos. Anschliessend benötigt man einen Mann aus dem Dorf, welcher führt. Alleine findet man die Höhle nicht. Rund 45 Minuten Fussmarsch und dies mit Wanderschuhen und langen Beinkleidern, ansonsten ist die Haut geraffelt... 

Die Höhle selbst will ebenfalls bezwungen werden, da bisher keinerlei Einrichtungen installiert worden sind. gute Taschenlampen sind nötig . Aber die Anstrengung lohnt sich, eine phantastische Höhle mit Zuckerbaecker-Statuen, den typischen Tropfsteinstrukturen und - hier ganz speziell -  aeusserst filigranen Mustern und Farbwechseln. Wer die Höhle besuchen möchte, soll sich über das Kontaktformular mit mir in Verbindung setzen.

Ballı Mağarası

 

 

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